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Breakdance-Workshops der SnT-Crew (Frankreich)

Breakdance ohne Grenzen

Seit fast 40 Jahren unterhält der Bezirk Unterfranken eine Partnerschaft mit dem französischen Calvados in der Normandie. Doch was für ein Bild haben Sie vor Augen, wenn Sie an eine deutsch-französische Partnerschaft denken? Vielleicht das von Gruppen mit grauen Haaren und steifen Anzügen? Dass der Bezirk seine Partnerschaft viel lebendiger, viel bunter interpretiert, konnten Kinder und Jugendliche aus Bergrheinfeld bei den Breakdance-Workshops der SnT-Crew aus Caen im Rahmen der Jungen Kulturwoche erleben.

Vormittags lernten die 5. und 6. Klassen der Mittelschule Holderhecke mit Paul, Tanguy und Meddi ein paar Grundlagen des Breakdance kennen. Aus Toprock, Footwork und Freeze entstand nach 60 Minuten eine echte kleine Choreographie. Und obwohl die drei Tänzer kein Deutsch sprechen und an der Mittelschule kein Französisch unterrichtet wird, war mit Englisch und vor allem mit Händen und Füßen die Sprachbarriere sofort überwunden. Am Ende des Workshops waren einige Schülerinnen und Schüler neugierig: Können die drei Tänzer auch die spektakulären Einlagen, die man von Breakdance-Shows kennt? Sehr zur Freude des jungen Publikums zeigte Meddi ein paar eindrucksvolle Moves und lieferte den Beweis, dass hier echte Profis am Werk waren.

Am späteren Nachmittag fand in der Turnhalle der Grundschule dann noch ein offener Workshop für alle statt. Etwa 20 Kinder und Jugendliche von 8 bis 12 Jahren folgten der Einladung und ließen sich ebenfalls von den drei Tänzern einige Schritte des Breakdance zeigen, die sich am Ende der Stunde zu einer kleinen Choreographie verknüpfen ließen. Auch hier war die Begeisterung groß. 

Und warum braucht es dafür Breakdancer aus Frankreich? Schließlich sind doch ausgesprochen talentierte Tänzer auch in Schweinfurt bei der DDC zu finden? Es ging bei diesen Workshops um viel mehr als nur Tanz. Es ging um die Begegnung über Grenzen hinweg. „Ich fahre im Sommer auf jeden Fall nach Frankreich!“, verkündete eine 6.-Klässlerin am Ende des Breakdance-Workshops voller Euphorie. Ob das tatsächlich klappt, sei dahingestellt, doch die wichtige Botschaft war offensichtlich angekommen: Auch wenn wir nicht die gleiche Sprache sprechen, auch wenn wir nicht aus demselben Land kommen, wir können uns verständigen und gemeinsam eine gute Zeit verbringen.

(Fotos: Christian Schäfer)